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Air Berlin-Insolvenz – Erneuter Schaden für Anleihegläubiger

Air Berlin hat am 15.08.2017 Insolvenzantrag gestellt und gleichzeitig Eigenverwaltung beantragt. Das Amtsgericht Berlin hat diesem Antrag stattgegeben und einen vorläufigen Sachwalter bestellt, der den Vorstand ab sofort kontrolliert. Die Folgen dieses Insolvenzantrages sind noch nicht abzusehen. Erneut ist jedenfalls ein immenser Schaden für die Anleihegläubiger eingetreten. Air Berlin hatte sich über Anleihen erhebliche Mittel auf dem Kapitalmarkt besorgt. Das Gesamtvolumen der ausstehenden Anleihen beläuft sich auf 1,2 Mrd €. In den kommenden fünf Jahren werden davon 650 Mio. € fällig. Die Anleihegläubiger müssen Verluste bis hin zum Totalausfall einkalkulieren. Jetzt kommt es darauf an, dass die Anleihegläubiger schnell reagieren. In den Anleihebedingungen ist kein Nachrang vereinbart. Die Inhaber der Anleihen haben damit umfangreiche Gläubigerrechte. Kurzfristig sollte eine Anleihegläubigerversammlung einberufen werden, um einen gemeinsamen Vertreter zu bestellen, der die Rechte dieser Gläubigergruppe im Insolvenzverfahren ab sofort wahrnehmen kann. Nur auf diesem Wege können die Anleihegläubiger im Verfahren mitbestimmen. Das Gesamtvolumen der Anleihen bedeutet eine nicht unerhebliche Stimmen-Macht.

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Burghard Wegener
Fachanwalt für Insolvenzrecht
15.08.2017

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